Freitag, 22. November 2002
WESTFALENPOSTVon Eric Schumacher
Allendorf.
Ein Gitter, ein Tuch, vier Stühle, ein Akkordeon, Tamburin und eine Trompete - mehr Requisite bedarf es nicht für eindrucksvolles Theater: Das bewies die „Teatron Bühne II" aus Arnsberg.
Ort der Aufführung war die „Alte Molkerei". Das Stück: „Antigone" in der Fassung von Jean Anouilh. Das Ensemble bewies dabei jede Menge Kreativität. Nicht an Rollen gebunden wechselten die Akteure ihre Identität durch den Tausch der Kostüme. Antigone, Tochter von Ödipus, fiel dabei stets auf: In Lederjacke und mit Springerstiefel wirkte sie als Rebellin, wie Anouilh sie auch darstellt. Sie ist es, die „nein" sagt zu dem, was man von ihr verlangt und daher auch ihren Bruder Polyneikes bestattet: Sie tut dies gegen den Befehl des pragmatischen Kreon, dem Herrscher über Theben, der gleichzeitig ihr Schwager ist. Der hat beschlossen, alle, die gegen seine Befehle verstoßen, mit dem Tod zu bestrafen. Dessen ist Antigone sich bewusst und dennoch weicht sie nicht von ihrem Vorhaben ab.
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