Clownesker Tanz am Abgrund mit einer Chance auf HoffnungDie Inszenierung „Kassandra- Komplex" des Teatron Theaters webt die Fäden von Gewalt, Krieg und Untergang in atemraubender Geschwindigkeit von der Antike in aktuelle Krisenherde hinein.
Wortlos betritt ein zwischen Liebe und Hass tanzendes Paar die Bühne der Kulturschmiede. Nähe suchend, sich anlehnend, umarmend. Ablehnung, wegstoßen bis hin zu roher Gewalt. Fabian Sattler und Ora Meirson spielen in ihren Rollen die verzweifelte, hautnahe Konfrontation zweier Menschen. Als Seherin Kassandra und Helden der Antike schleichen sich die Schauspieler mit ihren Visionen und Erzählungen in die Vorstellungswelt der Zuschauer hinein und malen düstere Szenen von Schlachten, von Mord und Zerstörung in der Fantasie.
„Ich sehe", ruft Kassandra, eine Frau, die an der Intensität ihrer Visionen fast zerbricht.
In Hebräisch schreit sie ihre inneren Bilder hinaus. Mythen der Antike breiten sich in der kahlen Halle der Kulturschmiede aus. Während die Zuschauer die ausdrucksstarke Mimik und Gestik verfolgen, dringt emotionslos aus dem „off" die Übersetzung - im Stil einer Nachrichtendokumentation, gesprochen von Ursula Almagor.
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