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Teatron Theater
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Theaterworkshop
Altern - was ist das?
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„Das Leben wird vorwärts gelebt, aber rückwärts verstanden“
(Quelle unbekannt)

Anne sitzt mit ihrem grünen Plastiksack auf der Bühne der Kulturschmiede in Arnsberg. Sie hat all ihre Habseligkeiten, an denen sie hängt, in diesem grünen Sack verstaut.

Sieben Damen schauen sie schweigend an, dabei summen sie das Lied „Ganz Paris träumt von der Liebe ...“. Vom ersten Augenblick an bin ich gebannt, gefesselt. Rund um die Bühne sitzen 90 Zuschauer. Hautnah erleben wir die Präsentation der Ergebnisse des Theater- Workshops der 8 Teilnehmerinnen im Alter zwischen 40 bis über 70 Jahren im TEATRON THEATER. Geschäftiges Treiben auf der Bühne: Johanna strickt; Rosi liest Anweisungen auf Medikamentenschachteln; Eva schaut alte Fotos an; Doris schreibt Gedichte; Lisa zieht ihre langen Handschuhe an; Dorothee repariert etwas.

Ein munterer Satz-Pingpong beginnt. Scheinbar wild aneinander gereihte Sätze, gestenreich und emotional von den Damen vorgetragen, nebeneinander gesetzt, verschmelzen zu einer Einheit, verbinden sich zu einer Geschichte rund um das Altern. Es ist mucksmäuschen still im Publikum. Gebannt hören wir zu und entdecken Parallelen zu unserer eigenen Lebenswelt:

"Im Alter muss man nicht mehr schön sein, aber man muss gut aussehen. Für einen Flammkuchen - da würde ich mein Leben geben. Und dann noch ein gutes Glas Rotwein dazu ... Mhm ... Wenn du Herzschmerzen hast, dann nimm Baldrian, das beruhigt. Ich bin Elektroniker, eigentlich Elektronikerin, E – lek – tro – ni – ke – rin. Falten, Besenreiser, Cellulitis, rote Flecken, braune Flecken, Altersfl ecken. Was ist Schein, was ist Wahrheit? Meine Mutter hat ihr Leben lang im Garten gearbeitet, und bei jeder Blume denke ich an sie. Ein Altenheim mitten im Wohngebiet? Das will doch keiner! Jung dynamisch ist in! Mein 81-jähriger Vater hat sich wieder eine Freundin ausgesucht, aber er meint, das wird wohl nichts, die ist noch zu fi t. Wenn ich nicht mehr laufen kann, kauf ich mir ´n Rentnerporsche! Oh, ich freu mich jetzt schon - wenn ich alt bin, geht der Wecker nicht mehr. Mein Bauchnabel hat sich gesenkt. Alter ist ja auch was Schönes! Man kommt schon ins Überlegen,was wohl mal sein wird mit dem eigenen Tod. Die ganz Alten, die will ja keiner sehen! Ich habe morgens immer solche Verdauungsprobleme. Lasst mich doch alle einfach in Ruh! Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden!“

Das Satz-Pingpong hat seine Wirkung im Publikum erzielt. Gespannt hören wir die auf unterschiedlichster Weise thematisierten Fragen, Ängste, Hoffnungen und Träume rund um das Thema „Altern - was ist das?“. Jede Teilnehmerin kreierte eine Figur, eine Geschichte, einen Moment auf der Bühne, die eine Facette des Alterns zum Ausdruck brachte. Da träumt eine Witwe von der Reise nach Paris, eine Tänzerin trauert ihrer Zeit als Ballerina nach oder eine verstummte Obdachlose lässt das Schreckgespenst der Altersarmut und Verwirrtheit vorüberziehen. Das Publikum lässt sich mitnehmen durch die Collage von einzigartigen Episoden und überraschenden Momenten. Mal nachdenklich, mal humorvoll, mal berührend und nicht selten mit einem Augenzwinkern.


Spielerisch, phantasievoll und kreativ stellen uns die Teilnehmerinnen ihre Portraits, ihre Geschichten und Gedichte vor, die künstlerisch durch Yehuda Almagor (Schauspieltraining und Regie) und Ursula Almagor (Dramaturgie) angeleitet und arrangiert worden sind. Mit dem verträumten Lied „Ganz Paris träumt von der Liebe ...“ begann die Präsentation und mit diesen Zeilen auf den Lippen, mit glänzenden Augen, einem Augenzwinkern und verschmitzten Lächeln verabschieden sich die Damen von der Bühne. Wir alle sind sicher, sie werden sich ihren Wunsch und Lebenstraum erfüllen. Noch einmal anfangen, Neues ausprobieren, frech, witzig und neugerig auf ihren neuen Lebensabschnitt. Denn Alter ist eine wunderbare Sache, wenn man nicht verlernt hat, was anfangen heißt! (Martin Buber)

Begeistert stimmt das Publikum mit ein: „Ganz Paris ist ein Theater ...“

Eine tolle Stimmung, eine Atmosphäre der Hoffnung und Zukunft liegt in der Luft. Standing Ovation! Wir sind begeistert. Danke an die Akteure. Danke an Yehuda und Ursula Almagor, die in ihrer gewohnt professionellen und gleichsam empathischen Art den Theaterworkshop „Altern - was ist das?“ in Szene gesetzt haben. Ein gelungenes Experiment in Arnsberg, das Lust macht auf mehr!



Teilnehmerinnen:
Marita Arnhold, Doris Brauckmann, Lisa Erwig-Mono, Anne Mannstein, Dorothee Raffenberg, Eva Reuss-Richter, Johanna Roelfs, Rosemarie Schäfer, Martina Kaiser.
Assistenz: Jelena Linnenbrink
Leitung: Yehuda Almagor (Regie), Ursula Almagor (Dramaturgie)

Juli / Oktober / Dezember 2010
Ein Kooperationsprojekt des TEATRON THEATERs und der Fachstelle Zukunft Alter der Stadt Arnsberg. Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung

Kartenbestellung

Karten: Stadtbüro Arnsberg, Alter Markt 15, Alt-Arnsberg, Tel. 02931 893 1143 und an der Abendkasse in der KulturSchmiede Arnsberg, Apostelstr. 5, Alt Arnsberg, Tel. 02931 23471 (ab 1 Stunde vor den Vorstellungen)

Das TEATRON THEATER wurde 1991 von Yehuda Almagor und Ulla Almagor gegründet. Die Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten im Austausch mit anderen Kunstsparten ist Ziel und Weg des TEATRON THEATERs. Es verbindet klassisches Schauspiel mit Elementen des Figuren- und Objekttheaters. Ebenso wird seine Arbeit durch den Austausch mit dem Tanz- und Musiktheater und der bildenden Kunst bestimmt.
english version
Teatron Theater wird seit 1997 kontinuierlich projektbezogen gefördert durch die Stadt Arnsberg und